Dipl Med Schmid

Krebsvorsorgeuntersuchungen und Kolposkopie beim Frauenarzt Berlin

· Dipl.-Med. Kristin Schmid
Krebsvorsorgeuntersuchungen und Kolposkopie beim Frauenarzt Berlin

Viele Frauen schieben den Termin beim Frauenarzt vor sich her – aus Zeitmangel, Unbehagen oder weil sie sich gesund fühlen. Dabei sind regelmäßige Krebsvorsorgeuntersuchungen eine der wirksamsten Maßnahmen, die Frauen für ihre eigene Gesundheit ergreifen können. Besonders in Berlin, wo der Alltag oft hektisch ist, lohnt es sich, diesen Terminen gezielt Raum zu geben.

Warum Vorsorge so entscheidend ist

Krebsvorsorgeprogramme funktionieren nach einem einfachen Prinzip: Zellveränderungen werden erkannt, bevor sie sich zu einer ernsthaften Erkrankung entwickeln. Das gibt Patientinnen und Ärztinnen Zeit zum Handeln – und verändert die Prognose erheblich. Laut dem Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums sind Krebsfrüherkennungsuntersuchungen gesetzlich verankert und für gesetzlich versicherte Frauen kostenfrei zugänglich.

Das sollte keine leere Formalie bleiben, sondern ein echter Anlass sein, den Termin zu machen.

Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung: Pap-Test und HPV-Test

Die bekannteste gynäkologische Vorsorgeuntersuchung ist der Pap-Abstrich. Dabei entnimmt die Frauenärztin mit einem kleinen Wattestäbchen oder Spatel Zellen vom Gebärmutterhals, die anschließend im Labor auf auffällige Veränderungen untersucht werden.

Seit Januar 2020 gibt es in Deutschland ein erweitertes, organisiertes Screening-Programm:

  • Frauen von 20 bis 34 Jahren haben jährlich Anspruch auf einen Pap-Abstrich.
  • Frauen ab 35 Jahren erhalten alle drei Jahre einen kombinierten Test: Pap-Abstrich plus HPV-Test (Nachweis von Humanen Papillomviren).

Die unterschiedlichen Abstände haben einen medizinischen Hintergrund. Bei jüngeren Frauen klingen HPV-Infektionen häufiger von selbst ab, weshalb jährliche Abstriche hier sinnvoller sind. Bei Frauen ab 35 persistieren Infektionen öfter – dort ist der HPV-Test in Kombination mit dem Pap-Abstrich aussagekräftiger. Alle Details zu diesem Programm erklärt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) übersichtlich auf seiner Website.

Zusätzlich werden Frauen zwischen 20 und 65 Jahren von ihrer Krankenkasse alle fünf Jahre angeschrieben und über ihre Früherkennungsansprüche informiert.

Was passiert bei einem auffälligen Befund?

Ein auffälliger Pap-Befund ist zunächst kein Grund zur Panik – er bedeutet lediglich, dass Zellveränderungen festgestellt wurden, die genauer untersucht werden sollten. Hier kommt die Kolposkopie ins Spiel.

Die Kolposkopie: Was Patientinnen erwartet

Die Kolposkopie (Scheidenspiegelung) ist eine schonende Lupenuntersuchung des Gebärmutterhalses. Mit einem speziellen Vergrößerungsgerät, dem Kolposkop, betrachtet die Ärztin das Gewebe in bis zu 40-facher Vergrößerung. So werden selbst kleinste auffällige Bereiche sichtbar, die mit bloßem Auge nicht erkennbar wären.

Der Ablauf ist in der Regel schnell und weitgehend schmerzfrei:

  1. Die Patientin nimmt wie bei einer normalen gynäkologischen Untersuchung auf dem Stuhl Platz.
  2. Ein Spekulum wird eingeführt, um den Gebärmutterhals sichtbar zu machen.
  3. Die Ärztin trägt eine leichte Essigsäurelösung auf – dadurch werden veränderte Zellen weiß und heben sich besser ab.
  4. Bei Bedarf wird gezielt eine kleine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen, die dann feingeweblich untersucht wird.

Viele Frauen beschreiben die Untersuchung als unangenehm, aber gut tolerierbar. Das Wissen um den Ablauf hilft oft dabei, die Anspannung zu reduzieren. Weitere Informationen zu Vorstufen und dem Pap-Klassifikationssystem bietet der Krebsinformationsdienst verständlich aufbereitet.

Brustkrebs-Früherkennung: Abtastung und Mammographie

Neben der Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge ist die Brustkrebs-Früherkennung ein weiterer fester Bestandteil der gynäkologischen Vorsorge.

Ab dem 20. Lebensjahr umfasst die jährliche Untersuchung beim Frauenarzt auch die Abtastung der Brust und der Lymphknoten. Zusätzlich haben Frauen zwischen 50 und 75 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf eine Mammographie im Rahmen des gesetzlichen Screening-Programms – eine Röntgenuntersuchung der Brust, bei der zwei unabhängige Ärztinnen oder Ärzte die Aufnahmen befunden. Der Krebsinformationsdienst informiert ausführlich über Ablauf, Nutzen und Grenzen dieser Untersuchung.

Weitere gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen

Eine vollständige Vorsorge schaut über den Gebärmutterhals hinaus. Dazu gehören:

  • Untersuchung des äußeren Genitales auf Veränderungen der Haut oder Schleimhaut
  • Tastuntersuchung des Unterbauchs zur Beurteilung von Gebärmutter und Eierstöcken
  • Beratungsgespräch zu individuellen Risikofaktoren, Verhütung, Wechseljahresbeschwerden oder Familienplanung

Dieser ganzheitliche Blick auf die Frauengesundheit ist das, was eine gute gynäkologische Praxis auszeichnet.

Wie oft sollte man zur Vorsorge?

Als Orientierung gilt:

Untersuchung Empfohlene Häufigkeit Ab welchem Alter
Gynäkologische Basisuntersuchung jährlich ab 20 Jahren
Pap-Abstrich jährlich 20–34 Jahre
Pap + HPV-Test alle 3 Jahre ab 35 Jahren
Mammographie-Screening alle 2 Jahre 50–75 Jahre

Diese Intervalle gelten für Frauen ohne besondere Risikofaktoren. Bei familiärer Vorbelastung oder auffälligen Befunden in der Vorgeschichte können engere Kontrollabstände sinnvoll sein.

Keine Angst vor dem Termin

Es ist völlig verständlich, dass Vorsorgeuntersuchungen mit einem gewissen Unbehagen verbunden sind. Doch eine gute Frauenärztin nimmt sich Zeit für Fragen, erklärt jeden Schritt und geht auf individuelle Sorgen ein. Wer unsicher ist, was auf ihn zukommt, kann vorab konkret nach dem Ablauf fragen – das ist nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht.

Regelmäßige Krebsvorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt in Berlin sind eine Investition in die eigene Gesundheit. Sie schaffen Sicherheit – und im besten Fall früh genug Klarheit, wenn etwas nicht stimmt.